Montag, 8. November 2010
Endlich hab ich wieder einmal zeit für meinen blog gefunden, er muss sich sicherlich schon reichlich vernachlässigt gefühlt haben aber besser spät als nie ^^ zu berichten wäre diesmal unter anderem von einem jobinterview in esslingen am neckar und den daraus resultierenden konsequenzen, einer neuen mitbewohnerin, diversen schulanekdoten und einer reise durch südfrankreich, wen das also alles nicht interessiert, der höre bitte jetzt auf zu lesen – beschwerden über falsche themenwahl dürfen anschließend nicht mehr kommen!!! ;)

Das wochenende mit dem jobinterview in esslingen gestaltete sich eher stressig, das war aber meine eigene schuld. Ich hatte nichts besseres zu tun als megafrüh aufzustehn und mich noch in saverne um einige dinge wie zb zugtickets zu kümmern und dann auch noch bei ikea halt zu machen und glühlampen und einen wäscheständer zu kaufen, denn wir alle kennen sicherlich ikea an einem Samstag, mit dann noch ein klein wenig stau kam ich gute 30min zu spät dort an – aber so konnte christine sich zumindest gleich ein erstes berechtigtes bild von mich machen! ;) zum ersten schock wurde mir dann allerdings mitgeteilt, dass der freiwilligeneinsatz in südamerika nun doch mindestens vier monate dauern müsste. (klasse dass man mir das erst mitteilt, wenn ich dann schon quasi 3 stunden fahrt zum vorstellungsgespräch auf mich genommen habe!) nun gut, alle weiteren informationen klangen dann zwar auch eher abschreckend, wohnen bei nonnen, und läuse und flöhe und krätze und kakerlaken und kriminalität in der gegend etc…gleichzeitig wurde mir aber auch bewusst, dass ich es mit einer sehr seriösen organisation zu tun habe, welche wirklich hart dafür arbeitet die menschen in argentinien zu unterstützen und die projekte klangen ebenfalls nach einer bereichernden und herausfordernden pädagogischen aufgabe. Am Montag kam dann das ok von seiten der orga und ich musste mich quasi halbwegs schnell dazu äußern, das hat mir schon ein wenig schlaf geraubt, weil ich nich wirklich wusste, was ich eigentlich will oder was die richtige entscheidung wäre, ich habe mich schließlich mit mir selbst darauf geeinigt dass ich diese aufgabe bewältigen kann und sie auch bewältigen will, dass ich allerdings zumindest zwei wochen länger reisen möchte, weil das sonst so total untergeht und es auch in dieser harten zeit praktisch keinen lichtblick für mich geben würde. Ich habe dann also per mail um ferien gebeten. Das ging dann so ein wenig hin und her, aber nu is mein spanischer lebenslauf an ein projekt in einer behindertenschule in lanus bei buenos aires gegangen – das wären dann vier monate projekt mit zwei wochen ferien in denen ich nach santiago oder an die wasserfälle nähe paraquay könnte und dann hätte ich nach dem projekt zeit für bolivien und peru den ganzen sept. ma schaun wie sich das jetzt alles weiter organisiert!

An dem Samstag sollte eigentlich abends bei uns eine megaparty für alle strasburger-erasmusstudenten die gerne einmal ein wenig landluft schnuppern wollen stattfinden, da ich aber erst gegen halb zwölf zuhaus war und zwar so kaputt wie ewig nich mehr war ich froh dort nur bella und jess und tacos und rotwein vorzufinden. (bella is die exmitbewohnerin von jess, die macht grad erasmus in strasburg.) den Sonntag haben wir dann auch eher ruhig verbracht. Warn in dabo und dann haben wir kuchen gebacken und kuchenessenderweise einen film geschaut.

Am Montag danach kam die neue mitbewohnerin an, julia – ganzkörpertatoowiert mit zig piercings, und glöckchen im filzhaar, die klingeln immer wenn sie sich bewegt – quasi wie n kuh die nie verloren gehen kann ^^ Sie ernährt sich fast ausschliesslich von kaffee, zigaretten und gemüsesuppe. Und das obwohl sie eine ware magierin in der küche is – vor ihrer pädagogikausbildung (darum das praktikum hier) war sie köchin in paris und nizza. Zum glück kocht sie immer noch gern – auch wenn sie dann eher selten mitisst. Wenn ich nun also wieder einmal hilflos in der küche rumstehe, gibt es gleich zwei frauen die gewillt sind mir spontan etwas zuzubereiten – ich bin im speisehimmel gelandet! (ich versuche aber immer noch mir viel abzuschaun, ma sehn wie viel erfolg das am ende der zeit hier gezeigt hat ^^) ich hätte nun also die wahl zu einem fressenden, schlafenden, fernschauenden garfield zu mutieren, aber nein so weit darf es nicht kommen – und so bin ich diesen monat in meinem fitnessstudio aktiv geworden. Wir alle kennen sicher die leute die beim sport irgendwann immer keuchend in der ecke stehn, hochrot und schweißüberströmt und so – nun, wer hätte aber gedacht das eine ehemalige leistungsschwimmerin, jahrelange hobbyläuferin, welche noch 2006 als eine der anwärterinnen auf den titel der sportskanone des beethoven-gymnasiums genannt wurde, so enden sollte!! Das war ich! Eine nasse tomate! Na, eine mischung aus weniger sport in letztes zeit und der direkten verirrung den in den härtesten kurs des centers haben dieses bild kreiert! Und ich werde gegen eine erneute wiederholung dieses bildes ansteuern, indem ich jetzt regelmäßig hingehe und in einem monat werde ich dann auf die frage „CA VA“ laut „ouuuuuuuuuiii“ mitschrein können! ;) (und einen lisa-garfield wird es nicht geben, obwohl er zugegebenermaßen sehr niedlich ist der garfield)

Aber nun ersteinmal zu meinem urlaub. Dank des streiks habe ich an meinem ersten ferientag allein im auto die alpen überquert (mit dem zug hätte ich erst wieder am Sonntag abend nach nizza gekonnt) – nach zehn stunden fahrt und einer einstündigen prakplatzsuche in nizza mit crazy französischen autofahrern um mich rum die meinen müdigkeitsgrad verkannten wollte ich nix mehr als schlafen. Kathi hatte allerdings auch n horrortrip mit den zügen und ich hab mich dann um mitternacht noch zum bahnhof geschleppt um sie abzuholen. Meine mama war erkältet und is im hostel geblieben um zu schlafen. Am nächsten tag fing dann das megaprogramm an, wir haben soviel gesehn dass es mir schwerfiel das alles zu behalten. Am ersten tag waren wir bei sonne in einem kleinen bergdorf names eze, dann in monaco und dann in nizza sightseeing machen. Am nächsten tag dann strömender regen aber antibes und cannes und schlafen in frejus. Dann wieder sonne und st tropez und grimaud und port-grimaud und frejus und st raphael. Dann cassis und klippenwanderung auf den calanques und marseille bei nacht. Dann rein in die provence und aix en provence (markt und cezanne) und römerstadt arles. (eigentlich war dann auch noch avignon geplant aber das war uns dann zu stressig ;) am nächsten tag nimes (best erhaltendes amphitheater und so) und nochma arles, weil wir nicht fertig geworden sind haha und dann les baux en provence (wunderschön) und st remis - auf den wegen von van gogh. Den Samstag musste meine ma morgens wieder mit dem zug nach nizza um den flieger nach berlin zu bekommen, kein schlechter tag um sich zu verdünisieren, denn in montpellier gabs die überschwemmung schlechthin. Kathi und ich sind dann irgendwann mit trockenen schuhen im rucksack los und haben immer gewechselt wenn wir wo drinnen waren ;), ham erst ewig bei sandwich und kuchen und kaffee beim brioche doree gechillt und warn dann in der art gallery und im kino. Den Sonntag wollten wir nochma ans mehr und warn in agues bla bla – da weiss ich den namen nich mehr, aber der erste hafen frankreichs überhaupt – sind auf der stadtmauer spazieren gewesen und haben weiße pferde und rosa flamingos in der carmargue gesehn. Dann sind wir in ein kleinen fischerdorf in der nähe und saßen kaffeetrinkend rum weil schon wieder literweise wasser vom himmel kam, aber dann gabs doch noch n sonnenloch und wir konnten noch am strand spazieren gehen. Den abend dann noch montpellier bei nacht und ohne nem fluss in den straßen war die stadt gleich viel hübscher ;) den Montag hab ich kathi morgens am bahnhof abgesetzt und bin dann nach lyon gefahren – ein wirkliches little paris ( die dachten sich anscheinend dann aber nun müssten sie auch die preise angleichen oder so). ich war auf dem stadthügel wo es zwei kirchen übereinander gibt ^^ und hab versucht bei nacht über alle möglichen brücken zu laufen und die lichter der stadt zu bewundern. Nach einem sub bin ich dann ins hostel zurück wo ich witzigerweise ein zimmer mit englischassistentinnen geteilt hab, davon wimmelt es in frankreich glaub voll. Den Dienstag hab ich mir wieder n audioguide für die stadt geholt, dreimal so teuer wie in strasbourg und komplett verwirrende weganweisungen für die extra euros ;) hab schliesslich aber doch noch alles gehen was empfohlen wurde und hab den tag genossen! Das witzige an lyon is, dass die hausdurchgänge als strassen gneutzt haben und noch nutzen, das sind zum teil wahre schmuckstücke mit kleinen brunnen und so. auf dem rückweg hatte ich von der vielen autofahrerei dann langsam so wirklich gestrichen die nase voll, aber jessicas spagetthi carbonara haben mich dann zuhaus ziemlich schnell wieder versöhnt.

Ihr freund andy war dieses we wieder einmal da und wir waren gestern alle gemeinsam den tag in strasbourg. Heut war ein gemütlicher Sonntag, ich hab viel gelesen und war mit julia ein paar stunden im wald. Heut abend sollte es ein großes bowling turnier geben, aber ich war der spaßverderber – ich fühl mich grad total angeschlagen und kann einfach nich riskieren krank zu werden, weil mein englischpraktikum zusätzlich zu meiner regulären arbeit nächste woche in die hospitationsphase tritt. Nu sind die anderen allerdings auch einfach vor dem fernseher gelandet ;) na ein anderes mal…

Arbeit macht immer noch spaß wie sau!! hatte am Freitag den ganzen tag eine didaktikveranstaltung der akademie in nancy, da gabs noch n paar gute ideen – insgesamt hab ich glaub mittlerweile genug um meine gesamten sieben monate zu füllen. Das arbeiten mit den geteilten klassen is entspannt und lässt ein bisschen mehr raum für individuelle förderung und meine schüler sind zum großteil echt super. Ich merk immer mehr dass die hier viel stärkere disziplin eingetrichtert wird, dadurch aber auch viel spontanität und meinung verloren geht. Ich hatte letzte woche experimentelle lyrik mit einer klasse gemacht und ich glaub die warn ziemlich überrascht dass es statt einer diktierten analyse einen freien meinungsaustausch und ein kleines theaterprojekt dazu gab – so schlecht sind die neuen deutschen didaktikkonzepte glaub nich!

So finito für heut, crepes zum abendessen und meine erkältung haben mich müde gemacht – werd bald schlafen gehen, morgen is auch schule um acht!

Ich wollte euch noch wissen lassen, dass so sehr ich die zahlreichen vorzüge des landlebens schätzen lerne ^^ ich doch vieles auch vermiss grad, party machen und menschen die sich nachts auf der straße befinden lol, und deutsches brot und caipis und sushi – aber vor allem euch!!!!! Und darum hoffe ich dass wir, wenn ich um weihnachten rum da bin, gemeinsam sushi essen, und caipis trinken, und feiern gehen!! Haltet euch doch den einen oder anderen termin für mich frei!

Neues viell nochma kurz vor weihnachten – mein blog soll ja nich denken ich hab ihn restlos verlassen ^^ bis dahin fühlt euch umarmt und wisst das hin und wieder jemand in phalsbourg, frankreich an euch denkt! xxx

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